Conrad Modelle: Marke, Nummernsystem & Baureihen im Maßstab 1:50

Conrad Modelle ist die deutsche Traditionsmarke für Sammlermodelle von Baumaschinen, Kranen und Nutzfahrzeugen im Maßstab 1:50. Wer Conrad sammelt, sammelt nicht Spielzeug, sondern Werksmodelle: einen großen Teil des Programms entwickelt der Hersteller im Auftrag von Maschinenbauern und Speditionen. Dieser Guide erklärt, woher die Marke kommt, wie das Artikelnummern-System funktioniert und worauf du beim Kauf achten solltest.

Die Marke hinter Conrad

Die Geschichte beginnt 1923 in Nürnberg mit Gescha, einem Hersteller von Blechspielzeug. Druckgussmodelle entstehen dort ab 1956. Der Name Conrad läuft zunächst als Zweitmarke mit und ist um 1980 die führende Bezeichnung. Seit 1987 führt Gunther Conrad das Unternehmen gemeinsam mit seiner Familie, der Sitz ist Kalchreuth bei Nürnberg.

Bemerkenswert ist, was Conrad nicht getan hat: Die Produktion blieb in Deutschland, während ein großer Teil der Branche nach Asien verlagerte. Für Sammler ist das mehr als Folklore — es erklärt die kleinen Serien, die hohe Zahl an Kundenausführungen und die Bereitschaft, ein Modell für eine einzelne Spedition aufzulegen.

Was Conrad im Sortiment abdeckt

Der Schwerpunkt liegt auf dem, was auf Baustellen und Schwerlaststrecken arbeitet. Im Shop (Stand Oktober 2026) verteilen sich die Conrad-Modelle auf Mobilkrane, Bagger, Kipper, Betonmischer, Schwertransporte, Radlader, Bohrgeräte, Raupenkrane, Teleskoplader, Planierraupen, Walzen und Straßenfertiger, dazu Mobilbaukrane, Ladekran-LKW, Laderaupen, eine Betonpumpe und ein Turmdrehkran — außerdem Transporter und Zubehör wie Container, Leitkegel und Transportkisten.

Bei den Vorbildmarken dominiert Liebherr klar, gefolgt von MAN und Mercedes-Benz. Dahinter folgen Aufbauhersteller und Spezialisten: Meiller, Demag, Schwarzmüller, Grove, Kobelco, Caterpillar, Terex, Goldhofer, Stetter, Doll, Bucher, Bauer, MACK, Sennebogen, Schmitz Cargobull. Eine Marke wie Meiller zeigt dabei eine Eigenheit des Programms: Conrad baut nicht nur Fahrzeuge, sondern Fahrgestell plus Aufbau — und beide Hersteller stehen im Modell.

Alle Conrad-Modelle im Shop findest du in der Conrad-Übersicht, sortiert nach Gattung in Kran-Modellen, Baumaschinen und LKW-Modellen.

Das Conrad-Nummernsystem verstehen

Conrad-Artikelnummern sind keine Zufallszahlen. Was sich am Sortiment belegen lässt:

  • 2xxx — Krane und Baumaschinen. Der größte Block: 104 Modelle im Shop, davon 49 Krane und 53 Baumaschinen und nur zwei Straßenfahrzeuge. Innerhalb des Bereichs sitzen Teleskop- und Mobilkrane überwiegend in den 21xx-Nummern, Bagger in den 22xx-Nummern.
  • 7xxxx und 8xxxx — Lastwagen, getrennt nach Fahrgestell. Die 78xxx-Nummern tragen Mercedes-Benz-Fahrgestelle, die 80xxx und 81xxx MAN — bei beiden jeweils 15 bis 19 Modelle im Shop. Die drei MACK-Modelle laufen unter 83xxx und 86xxx; drei Stück sind zu wenige, um daraus eine Regel zu machen. Dasselbe Aufbaumodell erscheint deshalb unter zwei Nummern, wenn es auf zwei Fahrgestellen angeboten wird — der MEILLER Trigenius etwa als 81255/07 auf MAN TGS und als 78255/0 auf Mercedes Arocs.
  • 1xxx — Transporter und Hauber-Klassiker. Der kleinste der großen Blöcke, hier stehen die MAN TGE und die Rundhauber-Oldtimer.
  • 9xxxx — Zubehör. Container, Leitkegel, Transportkisten, Abstützmatten.
  • L-Präfix — Liebherr-Lizenzware. Einzelne Modelle laufen unter einer L-Nummer, etwa der Fahrmischer L-72119/15.
  • Ausnahmen gibt es. Einzelne Altnummern und die mehrteiligen Set-Artikel fallen aus diesem Schema.

Entscheidend ist die Ziffer hinter dem Schrägstrich: Sie bezeichnet die Ausführung. Der Liebherr LTM 1070-4.1 trägt als Werksausführung die Nummer 2100/0; die Kundenmodelle heißen 2100/20 „KNAACK", 2100/27 „WILDEN" und 2100/45 „H.N. Krane" — gleiches Fahrzeug, verschiedene Lackierung, verschiedene Verfügbarkeit, verschiedener Preis. Conrad schreibt die Nummer mit Schrägstrich; eine Suche nach „78001-11" statt „78001/11" findet nichts.

Werksausführung oder Kundenlackierung?

Von den Conrad-Modellen im Shop tragen rund drei Fünftel eine Kunden- oder Speditionslackierung im Titel. Das ist der eigentliche Reiz der Marke — und der Grund, warum Conrad-Modelle nach dem Abverkauf oft nicht mehr nachproduziert werden: Die Auflage entsteht für ein Unternehmen, nicht für den Handel. Wer ein bestimmtes Speditionsmodell sucht, sucht deshalb besser nach Nummer und Lackierungsname.

Maßstab und Preise

Conrad arbeitet im Sortiment fast ausschließlich in 1:50 — bis auf eine einzige Ausnahme in 1:87. Die Preise reichen von knapp unter 40 € für Zubehörartikel bis über 1.000 € für ein komplettes Schwertransport-Set; der mittlere Modellpreis liegt bei rund 140 €.

Conrad, NZG oder WSI — wo liegt der Unterschied?

Die drei Marken überschneiden sich im Maßstab 1:50, nicht aber im Charakter:

  • Conrad — Baumaschinen und Krane aus deutscher Produktion, extrem viele Kundenausführungen, sehr breites Nutzfahrzeug-Programm. Siehe diese Seite.
  • NZG — ebenfalls aus Nürnberg, 1968 gegründet, stark bei Werbemodellen für Maschinenhersteller; im Shop ein kleines, hochwertiges Programm mit Schwerpunkt Mining.
  • WSI Models — niederländischer Spezialist mit Schwerpunkt auf Straßenfahrzeugen, Schwertransport-Kombinationen und Speditionsmodellen; dazu eine eigene 1:87-Linie.

Häufige Fragen zu Conrad-Modellen

In welchem Maßstab baut Conrad?

Nahezu ausschließlich 1:50. Im Sortiment steht genau ein Modell in 1:87.

Wo werden Conrad-Modelle hergestellt?

Am Firmensitz in Kalchreuth bei Nürnberg. Conrad ist einer der wenigen europäischen Druckguss-Hersteller, die ihre Produktion nicht nach Asien verlagert haben.

Warum gibt es dasselbe Modell unter mehreren Artikelnummern?

Weil die Ziffer hinter dem Schrägstrich die Ausführung bezeichnet. Werksausführung und Kundenlackierungen tragen je eine eigene Nummer.

Warum sind viele Conrad-Modelle ausverkauft und kommen nicht wieder?

Kundenausführungen entstehen als Auflage für ein Unternehmen. Ist diese Auflage abverkauft, wird sie in der Regel nicht nachproduziert.

Sind Conrad-Modelle für Kinder geeignet?

Nein. Es sind Sammlermodelle mit feinen Anbauteilen, nicht geeignet für Kinder unter 14 Jahren.

Alle genannten Firmen-, Marken- und Modellnamen sind Eigentum der jeweiligen Rechteinhaber und dienen ausschließlich der Beschreibung und Identifikation.

The beginning

Fünf Jahre alt. Erster Matchbox. Keine Chance mehr.

1982. Was als kleines Metallauto in Kindergröße
beginnt, legt den Grundstein für alles was folgt.
Die Faszination für Fahrzeuge, für Maschinen,
für das perfekte Miniaturabbild der echten Welt.

The passion grows

Die Sammlung wächst. Die Ansprüche auch

Aus Matchbox wird mehr. Größere Modelle,
detailliertere Ausführungen, echte Maßstäbe.
Die Erkenntnis: Ein Modell ist kein Spielzeug.
Es ist ein Objekt mit Geschichte dahinter.

The obsession

1:50 – und plötzlich wird es ernst

Conrad. WSI. NZG. Die Welt der Maßstab 1:50
Modelle öffnet sich – und mit ihr eine Präzision
und Detailtreue, die alles vorher Dagewesene
in den Schatten stellt.

The specialisation

Mining Equipment. Die Königsklasse

Ein Caterpillar 769. Ein Liebherr R991.
Maschinen die in der Realität Berge versetzen
und im Maßstab 1:50 das Regal dominieren.
Diese Faszination lässt einen nicht mehr los.

The idea

Was fehlt, baut man selbst.

Der Plan nimmt Form an. Ein Shop für Sammler,
von einem Sammler. Kein Massenversand, kein
anonymes Lager. Nur kuratierte Modelle und
echte Expertise hinter jeder Bestellung.

The launch

1. Juli 2021 – collectors-spot.de geht live.

Nach über 40 Jahren als Sammler der erste Tag
als Shopbetreiber. Nicht als Händler – als Sammler
mit einem Shop. Mit einem Versprechen: Jedes Modell
das hier steht, kenne ich persönlich.